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Insel Rodrigues
Nordöstlich von Mauritius liegt Rodrigues, das kleine Juwel und zugleich die ursprünglichste Insel im Indischen Ozean. Auf Rodrigues scheint die Zeit still zu stehen. Auf den aufmerksamen Besucher
warten viele große und kleine Abenteuer.
Aus dem 17. Jahrhundert gibt es Berichte von vielen außergewöhnlich großen Meeresschildkröten auf der Insel. Schon 100 Jahre später waren diese Schildkröten von den Kolonialmächten ausgerottet.
Seit 2006 gibt es Bemühungen, zwei Arten dieser Schildkröten wieder dauerhaft auf Rodrigues anzusiedeln. Speziell dafür wurde das 18 Hektar große François Leguat Reserve eingerichtet. Hier werden auch einheimische seltene Pflanzen geschützt. Auf dem Gebiet gibt es außerdem Kalksteinhöhlen, die in naher Zukunft für Touristen geöffnet werden sollen.
Rodrigues, ca. 560 km nordöstlich von Mauritius, dehnt sich von Pointe Cotton im Osten bis Pointe Mapou im Westen auf insgesamt 18,3 km Länge aus. Die größte Breite von Jantac im Norden bis Pointe Poursuite im Süden beträgt ca. 8 km. Die Insel hat eine Fläche von ungefähr 108 Quadratkilometern, aufgrund der vielen Hügel ist ihre tatsächliche Oberfläche aber wesentlich größer. Wie auch Mauritius und La Réunion ist Rodrigues vulkanischen Ursprungs und von einer weitreichenden, flachen Lagune umgeben.
Bevor Mauritius am 12. März 1968 eine unabhängige Nation wurde, stand Rodrigues unter seiner Schutzherrschaft. Durch die neue Verfassung wurde es dann aber Teil des Staates Mauritius. Der Flughafen von Rodrigues befindet sich in Pointe I’Herbe, Plaine Corail, im südwestlichen Teil der Insel.
Klima
Auf Rodrigues ist es etwas trockener und heißer als auf Mauritius. Regelmäßige Winde aus dem Südosten sorgen für geringen Niederschlag auf der Insel, was häufig lange Trockenperioden zur Folge hat.
Bevölkerung
Die Bewohner von Rodrigues sind Nachkommen von Sklaven und französischen Kolonisten; sie repräsentieren ein eigenes Volk. Der letzten Zählung zurfolge leben hier rund 40.000 Menschen. Hinsichtlich der Religion unterscheidet sich Rodrigues stark von Mauritius: Mehr als 97 % der Bevölkerung ist katholisch – auch das ein Grund dafür, dass die kleine Insel im Jahre 1989 Besuch von Papst Johannes Paul II. bekam.
Wirtschaft
Fischfang und Tierzucht sind die wichtigsten Wirtschaftsfaktoren. Im Zuge des touristischen Aufschwungs haben die Einwohner von Rodrigues aber zunehmend auch die wirtschaftliche Bedeutung ihres heimischen Kunsthandwerks erkannt. Heute können Touristen ihre Souvenirs aus einem vielfältigen Angebot an kunsthandwerklichen Erzeugnissen auswählen.
Tourismus
Rodrigues ergänzt die Urlaubserlebnissen auf Mauritius um eine weitere Facette. Die harmonische und einfache Lebensweise der Menschen und deren ausgeprägter Wille, ihre sozialen Strukturen und natürliche Umgebung zu bewahren, gibt der Insel ihren eigenen, unverwechselbaren Charme. Begegnungen mit der einheimischen Bevölkerung bleiben unvergesslich: Beeidruckend ist die besondere Lebensart, die Kombination aus Einfachheit, Freundlichkeit und Gastfreundschaft. Rodrigues ist die Heimat verschiedener einheimischer tropischer Tier- und Pflanzenarten – ideal für Naturliebhaber, die Ruhe und Frieden suchen, Vögel beobachten oder angeln wollen. Eine weitere beliebte Attraktion von Rodrigues sind Tropfsteinhöhlen mit eigenwillig geformten Stalaktiten und Stalagmiten.
Unterkunft
Das Angebot an Ferienunterkünften ist groß. Ob Sie sich für ein Hotel, ein möbliertes Studio, einen Bauernhof oder den Aufenthalt im Haus einer einheimischen Familie entscheiden: Der Empfang ist auf typisch rodriguesische Art immer sehr herzlich.
Aktivitäten
Lernen Sie die Einzigartigkeit Rodrigues’ am besten auf Ausflügen kennen. Örtliche Reiseveranstalter informieren Sie gerne über ihr komplettes Programm, die Angebote sind vielfältig und attraktiv:
- Wander-, Trekking- oder Mountainbike-Touren
- Angeln oder Begleitung der Fischer beim Einsammeln von Hummern, Krabben und Tintenfischen aus den Reusen, die sie nachts in der Lagune ausgelegt haben
- Besuch der Tropfsteinhöhle Caverne Patate bei Butte l’Herbe (Begleitung eines Führers erforderlich)
- Eine kurze Fahrt mit dem Boot zu den vorgelagerten kleinen Inseln, z.B. der Île aux Cocos, einem Zufluchtsort seltener Seevogelarten
- Ein Abend mit Séga-Tambour (Trommel-Séga), dem einzigartigen, aus Afrika und Madagaskar stammenden folkloristischen Tanz der Insel. Er ist sehr rhythmisch und erzählt in seinen Texten vom alltäglichen Leben auf der Insel.
Flora und Fauna
Typisch für die Landschaft sind Kasuarinen-Bäume mit ihren eigenartigen Blättern, die wie überlange
dicke Nadeln aussehen, Latanier-Palmen, mit fächerartigen Wedeln, dickblättrige Aloe vera, Pandanus-Bäume mit ihren auffälligen großen Stachelfrüchten und Vetiver-Gras, das den Boden in einer dicken, verflochtenen Schicht überzieht. Diese spezielle Pflanzenwelt zu schützen, ist eine der Prioritäten der Regierung. Gleichzeitig werden an der Küste an den Lagunen Mangroven angepflanzt, um die Erosion zu stoppen. Einige Stellen sind als Naturschutzgebiet ausgewiesen. In dieser Landschaft leben der gelbe Rodrigueswebervogel und der olivbraune Rodriguesrohrsänger. Sie sind hochgefährdete, beide nur hier vorkommende Arten.